Wer bin ich eigentlich?
Seit dem ich denken kann, sind mir Pferde wichtig. Meine Mama hat immer erzählt, wie ich mir das Verhalten der Menschen durch die Pferde erklärt habe. Ich würde sagen, ganz übergeordnet ist mir die Sichtbarkeit der Pferde wichtig. Ich möchte das Pferde in ihrer Ganzheit gesehen und verstanden werden. Das ist für mich auch die Ausgangsbasis bevor ich über „Ausbildung“ überhaupt nachdenken kann.
Vermutlich passe ich selbst in kein System hinein. Auf der einen Seite gibt es für mich die Wissensebene, hier gehört wirklich Fachwissen rein. Das „sammel“ ich seit Jahren und es ist für mich eine absolute Grundvoraussetzung. So beginnt für mich der Tag fast immer mit dem Lesen von Fachliteratur- nicht weil ich es muss, sondern weil ich finde, dass die Pferde es verdient haben, dass wir Stück für Stück besser werden.
Deswegen habe ich auch die Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin gemacht und mich bei Ralf Döringshoff in der strukturellen Osteopathie fortgebildet. Aktuell bin ich bei Yve Ehler in Ausbildung in der Trauma- Osteopathie.
Mir war es wichtig wirklich einschätzen zu können, ob ein Problem gerade eine psychische Ursache oder eine körperliche Ursache hat. Oft gehen psychische und körperliche Probleme Hand in Hand, weil das eine nun mal oft das andere bedingt. Ziel ist es Schonungen frühzeitig zu erkennen und durch gutes Training entgegenzuwirken, um spätere Sehnenproblematiken oder Arthrosen zu vermeiden.
Niemals möchte ich ein Pferd nur „schnell“ ausbilden. Ich möchte es sehen und fühlen und im Einverständnis mit ihm arbeiten.
Ich möchte das Pferde in ihrer ganzen Persönlichkeit sichtbar sind und auch aus vollem Herzen gerne und motiviert mit uns mitarbeiten.
Das heißt die Psyche und das Wohlbefinden des Pferdes steht für mich an erster Stelle. Daraus leitet sich aus meiner Sicht ab, dass das Pferd sein Ausbildungstempo bestimmt und das ist für mich einer der wichtigsten Leiparameter: Ich kann also nicht sagen, wie lange ich wofür brauche, weil ich der Meinung bin, dass wir nicht das Recht haben, über die Köpfe der Pferde hinweg zu entscheiden.
Am Ende glaube ich auch nicht, dass wir es müssen, weil Pferde meiner Erfahrung nach genauso süchtig sind nach dem Gefühl der Verbundenheit und des Einklangs, sodass sie freiwillig gerne geritten werden, wenn wir es entsprechend gestalten.
Genau das ist es, warum ich so unheimlich gerne mit Pferden zusammenarbeite. Man kann mit ihnen auf Ebenen kommunizieren, die ich mir früher kaum ausmalen konnte und die für mich bis heute nicht logisch erklärbar sind. Ich liebe das Spiel mit den verschiedenen Energien, ich liebe es mit den Pferden durch die Kraft der Gedanken zu arbeiten und bin immer wieder überrascht, was möglich geworden ist. Ich freue mich auf jedes Pferd –Mensch-Paar, das genau daran Spaß hat, dabei ist es mir grundsätzlich egal um welche Reitweise oder Pferderasse es sich handelt, auch wenn ich mich persönlich in der klassisch- barocken Reitweise sehe.
